Religiöse Friedenswahrung
und Friedensstiftung in Europa
1500–1800
Digitale Quellenedition frühneuzeitlicher Religionsfrieden
Edition Editionsrichtlinien Dokumentation Register

Digitale Edition

Die digitale Edition wird in zwei Textvarianten angeboten:

  1. Diplomatische Wiedergabe
  2. Modernisierte Wiedergabe

Diplomatische Wiedergabe

Die Wiedergabe der Drucke orientiert sich an den Richtlinien zur Texterfassung des Deutschen Text Archivs Berlin.[1]

 

Grundsätzliches

Grundsätzlich gilt die buchstabengetreue Transkription. Offensichtliche Druckfehler im Text werden aber korrigiert und im kritischen Apparat erläutert. Die Texterfassung erfolgt im Unicode-Format (Kodierung in UTF-8).

 

Schreibweisen, spezielle Zeichen und Sonderzeichen

Alle Zeichen werden originalgetreu nach ihrem Graphem und nicht nach ihrem Phonem wiedergegeben. Dies gilt insbesondere für die einheitliche Verwendung folgender Majuskeln: I und J, z.B. Iesus statt Jesus; V und U, Vnser statt Unser. Im Falle von Abkürzungen steht grundsätzlich die Majuskel nach ihrem Graphem, z.B. I. Meier für J(ohannes) Meier.

Die Grapheme u, v, w, i und j die in den Vorlagen jeweils sowohl den Laut /u/,/f/,/w/,/i/ oder /j/ repräsentieren können, werden vorlagengetreu wiedergegeben. (z. B. vnd, vnuertig, trew, Maiestät).

Sowohl in Fraktur- als auch in Antiquatexten können zwei Formen des Kleinbuchstabens s auftreten: das Schaft-s (ſ) und das runde s (s). Sie werden in der Transkription unterschieden. Die Ligatur Schaft-s + z wird als ß wiedergegeben.

Das sogenannte runde r wird mittels seiner entsprechenden Unicode-Entität abgebildet. Es findet sich häufig in Zusammenhang mit dem heute gebräuchlichen r oder als et - Substituent in Abkürzungen für et cetera. Vokalische Ligaturen (æ, œ) werden grundsätzlich realisiert; konsonantische Ligaturen (tz, ct, ts, ff etc.) sowie die Ligatur ij werden dagegen grundsätzlich aufgespalten.

Speziell für das Tschechische gilt: Die vokalischen Ligaturen ij, ee, aa, ie, ia werden ebenso wie die konsonantischen Ligaturen, aufgespalten, was im Tschechischen v.a. folgende Fälle betrifft: cz, cž, th und rž sowie rz.

Umlaute werden entsprechend der Vorlage transkribiert, d. h. die Umlaute in den heute gebräuchlichen Formen Ä, Ö, Ü, ä, ö, ü werden von solchen, die durch ein hochgestelltes e über Vokal gekennzeichnet sind, unterschieden.

Kürzungsstriche (Balken oder geschlängelte Linie über Buchstaben als Substituenten für ausgelassene Zeichen, Nasalstrich, Geminationsstrich) werden ebenfalls transkribiert. Sie werden ungeachtet ihres Erscheinungsbildes im Text stets durch einen geraden Strich wiedergegeben. Für den Frühdruck des Kuttenberger Religionsfriedens wurde eine Ausnahme gemacht: Hier wurden sämtliche Varianten des Kürzungsstriches exakt nach der Vorlage transkribiert.

Diakritika werden nach Möglichkeit mittels Unicode-Entitäten realisiert, z.B. das hochgestellte o über u bzw. U, das c-Cedille (ç), die e caudata (ę) in der Bedeutung ae oder das e mit Trema (ë). Bei Handschriften werden der Bogen über dem u und das Trema über dem y nicht wiedergegeben.

Alle Satzzeichen (Fragezeichen, Ausrufezeichen, Punkt, Komma, Semikolon, Doppelpunkt, Virgel) werden wie gedruckt erfasst. Auf eine Normalisierung der Zeichensetzung nach heutigen Standards wird verzichtet.

Vor Virgeln steht ein Leerzeichen. Alle anderen Satzzeichen stehen ohne Leerzeichen direkt am vorangehenden Wort. Im Anschluss an alle Satzzeichen folgt ein Leerzeichen. Anführungszeichen und Klammerungen stehen ohne Leerzeichen direkt an dem durch sie eingeschlossenen Text.

Vor und nach Gedankenstrichen mitten im Satz steht jeweils ein Leerzeichen. Steht der Gedankenstrich direkt vor einem Satzzeichen, wird dazwischen kein Leerzeichen getippt.

Als Silbentrennstrich wird, ungeachtet des Erscheinungsbildes im Text, der Bindestrich verwendet.

Absätze, Leerzeilen und weitere textspezifische Eigenheiten werden nach Möglichkeit beibehalten, Kolumnentitel und Kustoden werden nicht übernommen. Bei fehlender Paginierung wird nach Blattlage gezählt.

 

Abkürzungen, Marginalien, Fußnoten und Korrekturen

Offensichtliche Druckfehler im Text werden korrigiert und im kritischen Apparat erläutert.

Herausgeberzusätze im Text werden grundsätzlich durch eckige Klammern markiert. Unsichere Lesungen werden durch ein mit eckigen Klammern versehenes Fragezeichen, unlesbare oder verlorene Textteile, die aus dem Zusammenhang nicht mehr rekonstruierbar sind, durch Auslassungspunkte „[…]“ kenntlich gemacht. Nach Möglichkeit wird auch die Anzahl der fehlenden Buchstaben, Wörter, etc. angemerkt.

Bei (vermeintlich) korrupten, ungewöhnlichen oder missverständlichen Wortansetzungen wird die korrekte Textwiedergabe durch ein in eckige Klammern gesetztes Ausrufungszeichen „[!]“ bestätigt.

Abkürzungen, Fußnoten und Marginalien werden originalgetreu wiedergegeben. Bei lateinischen Handschriften werden die Abkürzungen in eckigen Klammern aufgelöst.

Entitäten

Die Identifizierung von Personennamen und geographischen Bezeichnungen erfolgt über Links zu den entsprechenden Verzeichnissen (Register), die im Fall der erwähnten Personen alle verfügbaren und für ein gutes Textverständnis notwendigen biographischen Grundinformationen bieten. Die dazu notwendigen Daten werden aus der Deutschen Nationalbibliothek oder anderen vergleichbaren Online-Lexika herangezogen.

 

Modernisierte Wiedergabe

Allgemeine Regeln

Alle hier im Einzelnen nicht aufgeführten Editionsrichtlinien richten sich nach der diplomatischen Wiedergabe. Folgende Änderungen werden dieser gegenüber vorgenommen:

Alle Zeichen werden nach ihrem heute gebräuchlichen Lautwert wiedergegeben. Die Grapheme u, v, w, i und j, die in den Vorlagen jeweils sowohl den Laut /u/, /f/, /w/, /i/ oder /j/ repräsentieren können, werden entsprechend heutigem Gebrauch wiedergegeben, z. B. vnd > und, vnuertig > unvertig, trew > treu, Maiestät > Majestät.

Sowohl das Schaft-s (ſ) als auch das runde s (s) werden einheitlich mit dem s-Graphem wiedergegeben.

Ebenso verhält es sich mit dem runden r und dem heute gebräuchlichen r: beide werden einheitlich mit dem heutigen Graphem abgebildet. Vokalische Ligaturen werden mit dem entsprechenden Umlaut wiedergegeben.

Umlaute mit hochgestelltem o oder e werden ebenfalls in die heute gebräuchliche Form überführt.

Bezeichnet das Graphem u mit hochgestelltem o keinen Umlaut, so wird es nach seinem historischen Lautwert in der Regel mit u wiedergegeben, in schwäbischen und alemannischen Texten hingegen mit uo.

Kürzungsstriche werden aufgelöst.

Auch Diakritika werden durch die heute übliche Verwendung ersetzt.

Bei Handschriften wird Doppel-n am Wortschluss reduziert, soweit es nicht heutiger Orthographie entspricht.

Personen- und Ortsnamen werden groß geschrieben; römische Ziffern werden mit Großbuchstaben wiedergegeben.

Großbuchstaben innerhalb von Wörtern werden als Kleinbuchstaben wiedergegeben. Bei Handschriften werden alle Wörter klein geschrieben, sofern sie nicht am Satzanfang stehen oder es sich um Namen handelt.

Die Zeichensetzung wird behutsam an den heutigen Gebrauch angeglichen. Punkte werden in der Regel beibehalten. Alle Virgeln werden entweder weggelassen oder durch andere Satzzeichen ersetzt. Wo dies nach heutigen Regeln erforderlich ist, werden zusätzliche Satzzeichen ergänzt.

Abkürzungen werden in eckigen Klammern aufgelöst, dabei wird sich an der zeitgenössischen Orthographie orientiert. Bei lateinischen Handschriften werden die Abkürzungen ohne Verwendung von eckigen Klammern aufgelöst.

Sofern die Vorlage keine übersichtliche Absatzgliederung bietet, werden sinngemäß Absätze eingefügt.

 

Sonderregeln für die modernisierte Wiedergabe ungarischer Texte

In der modernisierten Fassung der ungarischen Texte wird die Orthographie den heute gültigen Regeln angeglichen. Die Zeichensetzung, die Getrennt- und Zusammenschreibung sowie die Groß- und Kleinschreibung werden dementsprechend verändert. Wenn die heutigen Regeln dies erfordern, werden zudem doppelt geschriebene lange Konsonanten (z.B. „tt“) als einfache („t“) geschrieben und umgekehrt, z. B. tanijttaſa > tanítása, hallgattok > hallgatók, kozzewl > közül, nemzetewl > nemzettől, mindenut > mindenütt. Des Weiteren werden alle frühneuzeitlichen Buchstaben und Buchstabenverbindungen, die in der Vorlage in anderer Weise als heute benutzt wurden, durch die entsprechenden modernen Buchstaben und Buchstabenverbindungen ersetzt. Die frühneuzeitlichen Buchstaben und Buchstabenverbindungen haben dabei heute oft mehr als ein Äquivalent. Die folgende Liste enthält alle Ersetzungen, wobei auf der linken Seite die Buchstaben in der diplomatischen Fassung und auf der rechten Seite die entsprechenden Buchstaben in der modernisierten Fassung angegeben sind:

a) Einfache Buchstaben

a > a/á

e > e/é/i/í/ö/ő

i > i/í/j/e/é

j > j/i/í

l > l/ly

n > n/ny

o > o/ó/ö/ő

ſ > s

u > u/v

v > v/u

w > v/u/ú/ü/ű

z > z/sz

b) Vokalverbindungen

eo > ö/ő/e/é

ew > ö/ő/ü/ű

ij > i/í/j/y//e/é/ü/ű

c) Konsonantenverbindungen

gij > gy

lij > ly

tij > ty

ch > cs

g‘ > gy

Schließlich wird auch das heute übliche etymologische Prinzip berücksichtigt, z. B. engettetijk > engedtetik, koſſeg > község, Igaſſagat > igazságát.

 

Sonderregeln für die modernisierte Wiedergabe tschechischer Texte

In der modernisierten Fassung des tschechischen Textes wird die Zeichensetzung, die Getrennt- und Zusammenschreibung sowie die Groß- und Kleinschreibung an heute gültige Regeln angeglichen.

Die Vokalquantität wurde an den heutigen Gebrauch durch die entsprechende Verwendung der Akzente angepasst, z. B. kazał > kázal, byti > býti.

Grapheme, die heute nicht mehr zur Darstellung eines Lautwertes gebräuchlich sind, werden durch die moderne Schreibung wiedergegeben. Dies betrifft die folgenden Buchstaben:

ſſ > š               (z.B. ſluſſnych > slušných)

ł > l                 (z.B. miłoſti > milosti)

g > j                (z.B. obogimi > obojími)

w > v              (z.B. panuow > pánuov)

v > u               (z.B. vtiſkáła > utiskala)

Die Grapheme y, j und i, die den Lautwert /i/ und /j/ besitzen können, werden der heutigen Schreibung entsprechend wiedergegeben, z.B. Jtem > Item, Y zdálo > I zdálo. y vor und nach einem Vokal (z.B. ya, ay, ey) wird zu j normalisiert, z. B. yakož > jakož.

Vokalgruppen bzw. vokalische Ligaturen werden wie folgt wiedergegeben:

aa > á             (z.B. kraal > král)

ij > í                (z.B. nynij > nyní)

ee > é             (z.B. podlee > podlé)

ie > ě              (z.B. ſobie > sobě)

ia > ja             (z.B. iakoż > jakož)

Vokalgruppen und Ligaturen werden nach ihrer Auflösung, wo dies notwendig ist, der heute gebräuchlichen Vokalquantität angepasst, z.B. lſtij > lsti, lidij > lidi.

Konsonantengruppen bzw. konsonantische Ligaturen werden wie folgt wiedergegeben:

cz > c             (z.B. moczy > moci)

cž > č             (z.B. Cžeſkého > Českého)

th > t               (z.B. leth > let)

rž/rz > ř           (z.B. przijpiſu > přípisu, przygimati > přijímati)

In einzelnen Fällen ist rz in der modernisierten Schreibung nicht zu korrigieren, z.B. ſkrze > skrze.

Abbreviaturen wie ṗ, ƥ bzw. ṕ, ɀċ, gṫ bzw. gt̃ werden aufgelöst, hier mit pra oder pro (z.B. wyṕweno > vypraveno), etc., jest. Abkürzungen und Ligaturen sind zum Teil mit einem hochgestellten Vokal oder Konsonant versehen. Sie werden in die heute gebräuchliche Form überführt, z. B. so > s[vatéh]o, Bazyleyſkéo > bazilejského, tov > to[m]u.

Schreibvarianten im Druck, vor allem nicht genormte Darstellungen von Akzenten betreffend, werden vereinheitlicht (z.B. ė > é, ā/ä/ȧ > á, ż > ž, ṙ > ř). Schreibvarianten bei Ligaturen wie cż, statt cž, werden aufgelöst und modernisiert (hier: č). Einzelne Buchstaben sind kontextabhängig zu modernisieren; so können ñ, ū und ē sowohl durch n als auch ň, um und ú sowie im Einzelfall durch em und é aufzulösen sein.

Flexionen werden, wo ein Bedeutungsunterschied besteht, dem heutigen Gebrauch entsprechend angepasst, z.B. byli > byly.

 

Buchedition

Der Buchedition liegt die modernisierte Wiedergabe der Digitalen Edition zu Grunde.



[1] http://www.deutschestextarchiv.de/doku/richtlinien